Forstwirtschaft und Artenschutz in Osteuropa

Bis in die 1970er Jahre hinein war die Forstwirtschaft von großer Bedeutung in den Ländern Osteuropas. Der bis dahin regelrechte Raubbau am Wald hinterließ seine Spuren auch bei den einheimischen Arten, die sich weiter zurückzogen oder sogar endemisch wurden. Die Länder Osteuropas waren führend beim Einsatz von Technik zur Waldrodung und beim Fällen von Bäumen.

Danach fing langsam ein Umdenken an. Als der eiserne Vorhang fiel war die Forstwirtschaft ein Wirtschaftszweig, der kaum wuchs, aber an Bedeutung auch nicht verlor. Allerdings wurden die Investitionen in den Wald immer weiter zurück geschraubt. So verfielen zum Beispiel die Waldwege immer mehr. Das zog nach sich, dass viele große Geräte nicht mehr eingesetzt werden konnten, weil sie einfach nicht an die entsprechende Stelle im Wald kamen. Leider wird in das Waldwegenetz immer noch nicht ausreichend investiert, dafür werden viele Teile des Waldes zum Nationalpark erklärt.

Eine so intensive Bewirtschaftung des Waldes, wie sie von anderen Ländern bekannt ist, ist in den Ländern Osteuropas schon länger gang und gäbe. Nun wird jedoch daran gearbeitet, dass weniger Monokulturen vorhanden sind und mehr Mischwälder entstehen. Hier wird das Prinzip der Nachhaltigkeit angewendet. Dies hat nicht nur damit zu tun, dass einheimische Arten geschützt werden sollen und eine möglichst große Vielfalt bei den Holzarten vorhanden sein soll, sondern die Ansprüche der Menschen, die als Besucher zu Erholungszwecken in den Wald gehen, haben sich ebenfalls geändert. Sie erwarten einen gesunden Wald.

Die Länder Osteuropas sind zu wichtigen Exportpartnern für Holz geworden. So ist es beispielsweise das Birkenholz, das vermehrt nach Finnland und überhaupt nach Skandinavien exportiert wird, weil hier die Birken einst gezielt vernichtet wurden. Nun ist man auf die osteuropäische Holzproduktion angewiesen und für diese ist das ein wichtiger Wirtschaftszweig. Nun wird allerdings daran gearbeitet, die Finanzierung der Rehabilitation von Wegen und Wäldern voranzutreiben. Dies gestaltet sich noch ein wenig schwierig.