Forstwirtschaft und Artenschutz in Südeuropa

Die Forstwirtschaft hat in Südeuropa bereits seit dem späten Mittelalter zunehmend an Bedeutung verloren. Schuld ist daran die Zerstörung des Waldes. Auch heute wird das Thema Nachhaltigkeit in vielen Ländern Südeuropas noch nicht konsequent genug angewendet, und die dazu verabschiedeten Gesetze und Richtlinien werden missachtet. In Spanien und Portugal gibt es verschiedene Beispiele für eine nachhaltige Forstwirtschaft, die auch imstande ist, einheimische Arten zu bewahren. So befinden sich hier die endemischen Korkeichen und fast die gesamte Produktion von Kork weltweit konzentriert sich auf Portugal und Spanien. Doch nicht nur die Korkeiche wird hier bewahrt, sondern durch die nachhaltige Forstwirtschaft wird auch die Tierwelt geschützt: Unter den Korkeichen gibt es kaum Unterholz, was wiederum die Hasen anzieht. Dies freut die Iberischen Adler, die ebenfalls gefährdet sind und die hier die Hasen jagen. So werden durch die nachhaltige Forstwirtschaft gleich mehrere einheimische und endemische Arten geschützt.

Die Wälder Südeuropas werden zum Teil für die Gewinnung von Baumharz genutzt, welches in erster Linie von den Pinien stammt. Dieses Baumharz wird für die Produktion von Duftstoffen und Kerzen eingesetzt. In einigen Teilen der Eichenbestände sind zudem Trüffel zu finden, die abgebaut werden. Gerade nach einem Waldbrand wird erkennbar, wie wenig nachhaltig die Forstwirtschaft in Südeuropa ist. Denn es ist immer noch üblich, abgebrannte Flächen nicht wieder aufzuforsten, sondern in Agrarflächen umzuwandeln. So schwindet der Wald. Von Seiten des WWF wird davon ausgegangen, die meisten Waldbrände direkt oder indirekt durch den Menschen verursacht wurden. Das fehlende Aufforsten wird sich auf lange Sicht auf die klimatischen Verhältnisse auswirken. Außerdem werden vielerorts Monokulturen aus Kiefer und Eukalyptus angepflanzt, die bei einem Brand schnell Feuer fangen. Auch dies sollte geändert werden, allerdings wachsen diese Bäume schnell und sind daher immer noch erste Wahl bei einer Neuanpflanzung.